... Schutz und Hilfe seit 1861

 

                    Tankerstory

Tanklöschfahrzeug selbstgebaut ?                   
Geht nicht ?  Gibt´s nicht!

 

 

Im Jahr 2000 zeichnete sich ab, dass unser TLF 16/25, Baujahr 1972, wohl nicht mehr lange einsatzfähig bleiben würde: Das Bremssystem ließ zu wünschen übrig, die Spurstange war ausgeschlagen, der Aufbau mit den Holzböden rostete still vor sich hin, und auch sonst zeigte sich das Fahrzeug den Einsatzanforderungen oftmals nicht mehr gewachsen. 

  Doch wie so oft: Die Kommune hatte kein Geld für ein Ersatzfahrzeug. Nach längerem Hin und Her boten die Gerätewarte Jörg Neumann (Kfz-Mechaniker) und Jürgen Busch (Elektriker)  im Frühjahr 2001 dann an: Wir reparieren nicht, wir bauen was Neues !

  Ostern war es dann so weit: Nachdem das Fahrzeug aus dem Einsatzdienst abgemeldet war, bekamen wir in der LKW-Halle des Autohauses Scherm in Immenreuth, wo auch schon unser MZF gebaut wurde, einen ganzen Reparaturplatz incl. Werkzeug und Maschinen zur Verfügung gestellt. Zunächst wurde der alte Aufbau zerlegt und die wieder verwertbaren Komponenten überholt: Der Hilfsrahmen wurde sandgestrahlt, neu lackiert und für die Aufnahme des Tanks neu gepolstert.
 


 

 Auch die Pumpe und die Schnellangriffseinrichtung wurden zerlegt, gewartet und lackiert . Der Tank wurde neu abgedichtet und  innen gereinigt.
 

Dann wurde der Hilfsrahmen montiert, da er wieder zur Basis für alle weiteren Aufbauten wurde. An ihm wurde der Stahlrahmen für den neuen, zwischen den Achsen tiefgezogenen Aufbau montiert.
 

           
 

Bei der Fertigung wurde darauf geachtet, dass sowohl die Rolladen als auch die instandgesetzten runden Kotflügel des alten Aufbaus wieder passten.
 

 

Lediglich der Heckrollo wurde durch eine als Wetterschutz für den Maschinisten dienende Heckklappe ersetzt. Neben der Pumpe wurde auch die Schnellangriffshaspel im Heck installiert, um nach beiden Seiten des Fahrzeugs gleich arbeiten zu können. Die Gasdruckfedern unterstützten und mit LED-Blinkleuchten abgesicherten Auftrittklappen für die tiefgezogenen Geräteräume wurden ebenfalls in Eigenarbeit gefertigt und für eine Tragkraft von 250kg ausgelegt.
 


 

Des weiteren wurden der Lichtmast und die Leitung für den Dachmonitor eingepasst.
 


 

 Danach wurde der Aufbau endgültig ausgerichtet,
 


 

 in drei Teile zerlegt,  mit allen später notwendigen Bohrungen versehen, feinbearbeitet und zum Verzinken gebracht. Die Kosten hierfür übernahm die Bauschlosserei Schmidt in Immenreuth.
 


 

 In der Zwischenzeit wurde von Kfz-Meister Werner Scherm sen. die Bremsanlage überholt. Die als Einzelanfertigung beschaffte Ersatz-Spurstange wurde eingebaut, und mit Beratung durch die Technikabteilung der Fa. Iveco-Magirus das Fahrwerk auf leichtere und geländefähigere Single-Bereifung umgestellt. Die Kabine wurde zerlegt, innen und außen entrostet, grundiert und neu in weiß lackiert,  und auch eine neue Sitzbank für den Mannschaftsraum mit Einzelsitzen wurde gebaut.
 

               

 

Die früheren Lagerungen für die Saugschläuche unter der Kabine wurden im August verkürzt und zu zwei Gerätekästen umgebaut, in den auf ausziehbaren Schüben links die Batterien für die beiden Bordnetze 24V (Fahrbetrieb) und 12V (zusätzliche Verbraucher) wartungsfreundlich gelagert wurden, rechts Unterlegkeile, Wagenheber und hydraulische Winde mit Zubehör. Dann wurde die Pumpe ebenso wie der Wassertank endgültig montiert, dabei wurden auch sämtliche Strom- und Druckluftleitungen erneuert.
 


 

Anschließend wurde im September der verzinkte Aufbau montiert und mit Aluminiumblechen beklebt.
 

               
 
 

 Die Kabine und der Aufbau wurden mit Folien von 3M beklebt und die Fahrzeugkanten mit retroreflektierenden Klebestreifen zusätzlich für Einsätze in der Dunkelheit kenntlich gemacht, des weiteren eine Umfeldbeleuchtung installiert.
 


 

 Ein reflektierendes Dreieck am Fahrzeugheck dient ebenfalls der Sicherheit (siehe auch Fahrzeugbeschreibung TLF 16/25 unter „Ausrüstung“). Alle weiteren Teile wurden in diesem Zeitraum (Oktober 2001) ebenfalls eingepasst.

             

       
 

Am 02.November konnte unser „neues altes TLF“ dann schließlich nach der Gewichtskontrolle und der TÜV-Abnahme in einem Festakt mit Bürgermeister Peter Merkl, dem Gemeinderat Immenreuth und Kreisbrandmeister Hans Vogel wieder in Betrieb genommen werden. In zahlreichen Übungen wurde das Fahrzeug in der Folgezeit ausgiebig getestet. Immer wieder wurde verfeinert und ergänzt,  und so  hat es sich inzwischen auch bei mehr als 150 Einsätzen aller Art bestens bewährt.
 


 

 Die Materialkosten beliefen sich auf ca. DM 22.000, die Arbeitszeit schlug insgesamt mit rund 3.800 Stunden an den Abenden und Samstagen sowie an vielen geopferten Urlaubstagen zu Buche.
 

Ganz ehrlich gesagt: So manches Mal waren wir einfach mit den Nerven runter und brauchten ein paar Tage Auszeit, aber dann packte uns der Ehrgeiz wieder, und die Arbeit ging weiter. Noch einmal würden wir uns das aber sicher nicht antun – denn die Arbeit hängt im Gegensatz zu einem Gerätehausbau an ganz wenigen Fachkräften, die jeden Schritt überdenken und überwachen müssen. Für dieses unendlich große Engagement gilt allen beteiligten, vor allem aber den beiden Hauptinitiatoren Jörg Neumann und Jürgen Busch unser Dank. Vergelt´s Gott sagen wir aber auch, stellvertretend für alle Fremdbeteiligten, folgenden Institutionen und Firmen, die uns mustergültig und kostenlos unterstützt haben:
 

+ Autohaus Werner Scherm, Immenreuth (Werkstatt,Maschinen, Bremsenreparatur,    

   Hilfe,Tipps und Tricks)

+ Schlosserei  Ludwig und Roman Schmidt, Immenreuth (Metallarbeiten, Verzinken)

+ Landmaschinenwerkstatt Oswald Scharf, Plößberg (Sandstrahlarbeiten, Spurstange)

+ Fa. Markgraf, Immenreuth (Schneidarbeiten für Folienbeklebung und Beschriftung)

+ Fa. Magirus Brandschutz, Ulm (Beratung bei der Umstellung der Bereifung)

+ DEKRA-Ingenieure Scharf und Krahmer (ständige Tipps und Beratung)
 

 

... sowie der FF Kemnath-Stadt, die während des Umbaus unseres TLF´s dessen Aufgaben mit kompensierte und bei Bedarf stets schnell zur Stelle war,

 

... und der Gemeinde Immenreuth, die uns den Rücken freihielt und an ständig an unseren Erfolg glaubte. Immer mehr neugierige Bürger in der Werkstatt waren der beste Beweis dafür.