
... Schutz und Hilfe seit 1861
Tankerstory
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Tanklöschfahrzeug
selbstgebaut ?
Im Jahr 2000 zeichnete
sich ab, dass unser TLF 16/25, Baujahr 1972, wohl nicht mehr lange
einsatzfähig bleiben würde: Das Bremssystem ließ zu wünschen übrig, die
Spurstange war ausgeschlagen, der Aufbau mit den Holzböden rostete still
vor sich hin, und auch sonst zeigte sich das Fahrzeug den
Einsatzanforderungen oftmals nicht mehr gewachsen.
Auch die Pumpe
und die Schnellangriffseinrichtung wurden zerlegt, gewartet und
lackiert . Der Tank wurde neu abgedichtet und innen gereinigt. Dann wurde der
Hilfsrahmen montiert, da er wieder zur Basis für alle weiteren
Aufbauten wurde. An ihm wurde der Stahlrahmen für den neuen,
zwischen den Achsen tiefgezogenen Aufbau montiert.
Bei der
Fertigung wurde darauf geachtet, dass sowohl die Rolladen als
auch die instandgesetzten runden Kotflügel des alten Aufbaus
wieder passten.
Lediglich der
Heckrollo wurde durch eine als Wetterschutz für den Maschinisten
dienende Heckklappe ersetzt. Neben der Pumpe wurde auch die
Schnellangriffshaspel im Heck installiert, um nach beiden Seiten
des Fahrzeugs gleich arbeiten zu können. Die Gasdruckfedern
unterstützten und mit LED-Blinkleuchten abgesicherten
Auftrittklappen für die tiefgezogenen Geräteräume wurden
ebenfalls in Eigenarbeit gefertigt und für eine Tragkraft von
250kg ausgelegt.
Des weiteren
wurden der Lichtmast und die Leitung für den Dachmonitor
eingepasst.
Danach wurde
der Aufbau endgültig ausgerichtet,
in drei Teile
zerlegt, mit allen später notwendigen Bohrungen versehen,
feinbearbeitet und zum Verzinken gebracht. Die Kosten hierfür
übernahm die Bauschlosserei Schmidt in Immenreuth.
In der
Zwischenzeit wurde von Kfz-Meister Werner Scherm sen. die
Bremsanlage überholt. Die als Einzelanfertigung beschaffte
Ersatz-Spurstange wurde eingebaut, und mit Beratung durch die
Technikabteilung der Fa. Iveco-Magirus das Fahrwerk auf
leichtere und geländefähigere Single-Bereifung umgestellt. Die
Kabine wurde zerlegt, innen und außen entrostet, grundiert und
neu in weiß lackiert, und auch eine neue Sitzbank für den
Mannschaftsraum mit Einzelsitzen wurde gebaut.
Die früheren
Lagerungen für die Saugschläuche unter der Kabine wurden im
August verkürzt und zu zwei Gerätekästen umgebaut, in den auf
ausziehbaren Schüben links die Batterien für die beiden
Bordnetze 24V (Fahrbetrieb) und 12V (zusätzliche Verbraucher)
wartungsfreundlich gelagert wurden, rechts Unterlegkeile,
Wagenheber und hydraulische Winde mit Zubehör. Dann wurde die
Pumpe ebenso wie der Wassertank endgültig montiert, dabei wurden
auch sämtliche Strom- und Druckluftleitungen erneuert.
Anschließend
wurde im September der verzinkte Aufbau montiert und mit
Aluminiumblechen beklebt.
Die Kabine und
der Aufbau wurden mit Folien von 3M beklebt und die
Fahrzeugkanten mit retroreflektierenden Klebestreifen zusätzlich
für Einsätze in der Dunkelheit kenntlich gemacht, des weiteren
eine Umfeldbeleuchtung installiert.
Ein
reflektierendes Dreieck am Fahrzeugheck dient ebenfalls der
Sicherheit (siehe auch Fahrzeugbeschreibung TLF 16/25 unter
„Ausrüstung“). Alle weiteren Teile wurden in diesem Zeitraum
(Oktober 2001) ebenfalls eingepasst.
Am 02.November
konnte unser „neues altes TLF“ dann schließlich nach der
Gewichtskontrolle und der TÜV-Abnahme in einem Festakt mit
Bürgermeister Peter Merkl, dem Gemeinderat Immenreuth und
Kreisbrandmeister Hans Vogel wieder in Betrieb genommen werden.
In zahlreichen Übungen wurde das Fahrzeug in der Folgezeit
ausgiebig getestet. Immer wieder wurde verfeinert und ergänzt,
und so hat es sich inzwischen auch bei mehr als 150 Einsätzen
aller Art bestens bewährt.
Die
Materialkosten beliefen sich auf ca. DM 22.000, die Arbeitszeit
schlug insgesamt mit rund 3.800 Stunden an den Abenden und
Samstagen sowie an vielen geopferten Urlaubstagen zu
Buche. Ganz ehrlich
gesagt: So manches Mal waren wir einfach mit den Nerven
runter und brauchten ein paar Tage Auszeit, aber dann packte uns
der Ehrgeiz wieder, und die Arbeit ging weiter. Noch einmal
würden wir uns das aber sicher nicht antun – denn die Arbeit
hängt im Gegensatz zu einem Gerätehausbau an ganz wenigen
Fachkräften, die jeden Schritt überdenken und überwachen müssen.
Für dieses unendlich große Engagement gilt allen beteiligten,
vor allem aber den beiden Hauptinitiatoren Jörg Neumann und
Jürgen Busch unser Dank. Vergelt´s Gott sagen wir aber auch,
stellvertretend für alle Fremdbeteiligten, folgenden
Institutionen und Firmen, die uns mustergültig und kostenlos
unterstützt haben:
+ Autohaus
Werner Scherm, Immenreuth (Werkstatt,Maschinen,
Bremsenreparatur,
Hilfe,Tipps und Tricks)
+
Schlosserei Ludwig und Roman Schmidt, Immenreuth
(Metallarbeiten, Verzinken)
+
Landmaschinenwerkstatt Oswald Scharf, Plößberg
(Sandstrahlarbeiten, Spurstange)
+ Fa.
Markgraf, Immenreuth (Schneidarbeiten für Folienbeklebung und
Beschriftung)
+ Fa.
Magirus Brandschutz, Ulm (Beratung bei der Umstellung der
Bereifung)
+
DEKRA-Ingenieure Scharf und Krahmer (ständige Tipps und
Beratung)
... sowie der FF Kemnath-Stadt,
die während des Umbaus unseres TLF´s dessen Aufgaben mit
kompensierte und bei Bedarf stets schnell zur Stelle war,
... und der Gemeinde Immenreuth, die uns den Rücken freihielt und an ständig an unseren Erfolg glaubte. Immer mehr neugierige Bürger in der Werkstatt waren der beste Beweis dafür. |