
... Schutz und Hilfe seit 1861
Fahrzeugweihe IVECO MAGIRUS
HLF 20/16
am 24.05.2009


Bericht aus dem "Neuen Tag":
Immenreuth. (bkr) Florian Immenreuth 40/1 steht seit Sonntag unter dem Segen der beiden christlichen Konfessionen. Für die katholische Pfarrgemeinde weihte Markus Bruckner und für die evangelische Dirk Grafe das neue Einsatzfahrzeug. Mit Blaulicht und Martinshorn fuhr Maschinist Jörg Neumann die letzten Meter das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20/16 um 13.30 Uhr zum Festplatz auf der Fischerwiese.
Kommandant Uwe Engelbrecht freute sich neben zahlreichen Ehrengästen ein volles Zelt von Gästen begrüßen zu dürfen. Von den Führungskräften der Landkreisfeuerwehren hieß es an der Spitze Kreisbrandrat Franz Arnold mit dem örtlich zuständigen Kreisbrandinspektor Hans Zettlmeisl und Kreisbrandmeister Otto Braunreuther willkommen. Ebenso freute er sich über die Anwesenheit von Landrat Wolfgang Lippert und Bürgermeister Peter Merkl, der Partnerfeuerwehr aus Blankenhain in Sachsen sowie zahlreichen Wehren aus den benachbarten Gemeinden.
„Hier steht es nun, das neue Fahrzeug, welches in den letzten Wochen, Monaten und sogar Jahren Gesprächsstoff lieferte“, sagte Kommandant Engelbrecht und spielte damit auf Kritik in der Vergangenheit, ob Immenreuth ein neues Fahrzeug benötige, an. Engelbrecht betonte, „Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuge sind die vielfältigsten Fahrzeuge im deutschen Feuerwehrwesen. Sie haben sich aus den Löschgruppenfahrzeugen entwickelt, als den Feuerwehren klar wurde, dass sich ihr Einsatzspektrum von der Brandbekämpfung zunehmend zur technischen Hilfeleistung verschiebt und deshalb ihre Löschgruppenfahrzeuge mit zusätzlicher Beladung zur Unfallhilfe ausrüsteten.“ Nach den Worten des Kommandanten ist das HLF reichhaltig und für alle denkbaren Einsatzsituationen wie Verkehrsunfälle, sonstige technische Hilfeleistungen und natürlich für herkömmliche Brandeinsätze ausgerüstet. Dabei erlaube es die Technik auch mit kleiner Besatzung auszurücken, was vor allem am Tage wichtig sei, da viele Kameraden und Kameradinnen zur Arbeit auspendelten. Diese Tatsache nahm Uwe Engelbrecht zum Anlass die Werbetrommel für den Feuerwehrdienst zu rühren als alle Kinder und Jugendlichen ab dem 12. Lebensjahr ermutigte eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung im Dienst der Allgemeinheit aufzunehmen und Mitglied in einer Feuerwehr zu werden.
Zur technischen Seite des HLF 20/16 führte er aus, dieses verfüge über einen Löschwassertank mit 1800 Litern, 120 Liter Schaummittelvorrat und zwölf Kilogramm Löschpulver. Die Feuerlöschkreiselpumpe kann pro Minute 2000 Liter Wasser fördern. Neben zwei Leitern verfügt das Fahrzeug über einen Greifzug, einen Motortrennschleifer, einen hydraulischen Rettungssatz mit Spreizer, Schere und Zylinder, Lufthebekissen, LKW-Rettungsplattform und ein Glasmanagement. Eine Seilwinde und Zusatzbeladung zur Wasserwehr ergänzen die Ausrüstung. „Unser Fahrzeug jetzt weiter zu beschreiben würde den Rahmen sprengen“, betonte Kommandant Uwe Engelbrecht und lud zur Besichtigung des 14,7 Tonnen schweren Fahrzeuges ein.
Froh zeigte er sich, nach vielen arbeitsreichen Monaten die Beschaffung abgeschlossen zu haben. Viel Freizeit und Urlaub wurde für die Informationsgewinnung, Planung des Fahrzeuges mit Unterbringung der Ausrüstung, Ausschreibung, Auswertung der Angebote, den Gesprächen mit Konstrukteuren und Planzeichnern und nicht zuletzt für die Baubegleitung aufgebracht.
Zum Schluss seiner Begrüßung bedankte sich Uwe Engelbrecht bei Bürgermeister Peter Merkl uns dessen Gemeinderäten für eine gute Investition, die unbedingt für den abwehrenden Brandschutz und zur Unfallhilfe notwendig war.
„Lieber Gott wir danken dir“, stimmte nach der Begrüßung der Sängerbund unter Leitung von Heinrich Thurn an.
„Es hilft die beste Feuerwehr nichts, wenn das Material nicht stimmt“, sagte zu Beginn der Fahrzeugsegnung Pfarrer Dirk Grafe und beschrieb die immer höher werdenderen Herausforderungen bei den Einsätzen. Schnell merke man, wenn man im Einsatz an seine Grenzen stößt und in dieser Situation sei das wichtigste, dass die Ausrüstung stimmt, dass man weis, es stehen Menschen hinter einem, die einem das Beste geben. „Zur Rettung von Leben ist das Beste gerade gut genug“, unterstrich Grafe. Er bezeichnete deshalb den Tag als einen Tag der Freude zu dem der Segen Gottes für das Fahrzeug und die Einsatzkräfte gehöre.
Früher, so meinte er, wäre es selbstverständlich gewesen zur Feuerwehr zu gehen. Heute sei das anders. Der Einsatz bei der Feuerwehr sei jedoch das beste Beispiel für die gelebte Nächstenliebe. Dirk Grafe bot an, bei großen Einsätzen ihn und Pfarrer Markus Bruckner anzurufen. „Wir sind dazu als Notfallseelsorger ausgebildet, wir sind für unsere Feuerwehren da“, bekundete er.
Die Gemeinde habe die Wichtigkeit des Feuerwehrdienstes mit der Anschaffung des neuen Fahrzeuges gewürdigt, manifestierte Bürgermeister Peter Merkl. Er blickte auf das 2006 begonnene Verfahren zurück. Zu den Gesamtkosten von 325000 Euro habe der Freistaat 80000 und der Landkreis 25000 Euro Zuschüsse gewährt. Aus dem zweiten Liedbeitrag des Sängerbundes „Herr segne mich“, zitierte Merkl „mache uns von Sorgen frei, zeige uns was wirklich zählt“. Daran anknüpfend versicherte er, dass die Wehr gerne sowohl ins Kemnather und als auch ins Frankenland ausrücke und hoffte, dass immer qualifizierte Menschen in der Wehr Dienst tun um Leben, Hab und Gut zu schützen. Der Firma Iveco-Magirus dankte er für die Unterstützung.
„Das Fahrzeug ist schon etwas besonderes“, schwärmte Landrat Wolfgang Lippert. „Die Kommune ist sicherer geworden, ich hoffe auch der Kreis“, spitzte der Landkreischef in Sachen des laufenden Bürgerentscheids zum Landkreiswechsel an. Dem Wunsch von Bürgermeister Peter Merkl den Zuschuss des Landkreises um 2,5 Prozent wegen des landkreisübergreifenden Einsatzes des neuen Fahrzeuges zu erhöhen, gab Lippert eine Absage und sah es als selbstverständlich an auch in Oberfranken zu helfen. Im Gegenzug griff Landrat Wolfgang Lippert der Wehr mit einem Obolus für die Nachwuchsarbeit unter die Arme.
Für den Kreisfeuerwehrverband gratulierte Kreisbrandrat Franz Arnold und stellte fest: „Die Gemeinde hat mit der Anschaffung weitsichtig gehandelt und Immenreuth ist auf den neuesten Stand der Technik.“ Dank zollte er Kommandanten Uwe Engelbrecht und dessen Team sowie dem Feuerwehrverein mit Vorsitzenden Armin Scheidler für eine nicht unbedeutende finanzielle Unterstützung. Mit den Worten: „Wenn kritische Stimmen sagen, die Immenreuther Wehr habe ein Spielzeug bekommen, dann wünsche ich diesen Menschen nicht, dass sie eines Tages dieses Spielzeug anfordern müssen“, wandte sich Arnold an die Nörgler und Besserwisser. Er wünschte deshalb nur wenige Einsätze und dass mit der neuen Technik im Ernstfall größere Schäden vermieden werden.
Mit Geschenken gratulierten die Feuerwehren Ahornberg und Punreuth zum neuen Auto. Vorsitzender Gerhard Greger übergab für die Ahornberger Wehr einen Gutschein und Josef Prechtl namens der Punreuther Floriansbrüder ein Buch über „noch größere Kaliber“. Auf sächsisch und mit einem Blumenstock beglückwünschten Wehrleiter Mario Opitz und Ausbildungszugführer Stefan Klose die Immenreuther zum neuen Fahrzeug.
Auf die unverzichtbare Hilfe bei allen Veranstaltungen im Freibad erinnerte Michaela Wirner. Ohne Feuerwehr läuft nichts, bescheinigte sie.Bericht und Bilder: Bernhard Kreuzer